Thessa

Wer ist eigentlich diese Thessa?

Thessa, das bin ich.

In der Mitte Deutschlands geboren und aufgewachsen, immer schon mit Pferden.

Plüschpferde, Duplo-Pferde, Barbie-Pferde, Playmobil-Pferde, Schleich-Pferde …
Mit den Spielzeugpferden habe ich mich sehr lange beschäftigt, bestimmt bis ich 13 oder 14 Jahre alt war, während die „coolen Kinder“ sich schon stundenlang schminkten und auf Dorfpartys ihre ersten Alkoholexzesse feierten.

Aber auch die echten Pferde blieben mir als Dorfkind nicht verwehrt. Auf irgendjemandes Pferd durfte man immer herumhoppeln im Gegenzug für allerhand Mithilfe bei der Stallarbeit.

Auch Reitstunden durfte ich nehmen. Mit elf im Urlaub in Tunesien am Strand dann mein erster Galopp auf einem Haflinger mit ganz langer, wehender Mähne.

Ein Mal im Jahr im Nordsee-Urlaub: Springtraining und Turnierteilnahme auf riesigen Sportpferden. Manchmal wurde ich erste, manchmal letzte.

In Ermangelung geeigneter Pflegepferde beschränkte sich meine Reiterei ansonsten auf entspanntes Dressurreiten ohne sportlichen Hintergrund und ausreiten. Natürlich kam auch alles andere nicht zu kurz: Kranke Pferde spazieren führen, bei anhaltenden Verdauungsproblemen den Pferdepo und die -beine waschen, longieren, ausmisten, ausmisten, ausmisten …

Und eines Tages, da merkte ich, dass ich Reiten sehr mochte, aber noch lieber mochte ich die Pferde an sich. Da war dieser weiße Shetland Pony Hengst. Der war ganz anders als die anderen Pferde. Er war besonders. Nicht weil er klein und weiß war. Nein, wegen seiner Persönlichkeit, die er offensiv nach außen trug.

Ich brachte dem kleinen Raufbold alles neu bei. Sich führen lassen … aber bitte ohne zu drängeln, zu steigen oder zu treten. Sich putzen lassen … ohne zu beißen. Alles, was er längst hätte können sollen.

Ihn zu reiten, daran war nicht zu denken. Mit einem geringen Körpergewicht gesegnet, konnte ich mich zwar ab und zu draufsetzen. Manchmal bis zu einer Viertelstunde, bis ich das erste Mal nach Luft schnappend im Sand lag.

Wir gingen gemeinsam einen langen Weg. Bodenarbeit, irgendwas freestylemäßiges mit Parelli und Natural Horsemanship, ganz ohne Trainer. Und am Ende, da wollten die, die am Anfang am lautesten über uns lachten, dass ich ihren Pferden auch beibringe, was ich ihm beigebracht hatte: Vertrauen, ohne Wenn und Aber. Stehen bleiben, während ich Anlauf nahm und über seinen Rücken sprang. Hinlegen auf Kommando. Artig am Langzügel in Anlehnung laufen, taktklar unter dem Schwerpunkt. Angestrengt schnaubend, aber ohne unwillig zu werden.

So viel Zeit für ein Pferd, das mir nicht gehörte. Die Besitzerin wollte ihn mir nicht verkaufen. Lieber ließ sie ihn verwahrlosen und nach einem halben Jahr schon, da hatte er alles vergessen, was er von mir gelernt hatte. Ein schwerer Abschied und die Erkenntnis, dass das Leben keine Happy Ends schreibt und Menschen eben sind, wie sie sind.

Nach dieser Enttäuschung ein Jahr ohne Pferde … dann ab und zu auf einem Bauernhof aushelfen und sich dort um die Pferde kümmern. Ein immer zu dicker Isländer, auf den Hinwegen immer müde, auf den Heimwegen immer überdreht. Und eine gescheckte Trakehnerstute, ausgemustertes, krankes Sportpferd. Mit dem Kopf durch die Wand … oder eben durch alles andere, was im Weg stand, wenn sie sich entschied, in eine bestimmte Richtung gehen zu wollen. Viele Höhen, ein paar Tiefen. Geblieben ist der Wunsch, auch einmal ein Pferd sein Eigen nennen zu können, das so sein soll, wie die tapfere Scheckstute.

Irgendwann bin ich umgezogen, dann war das mit den echten Pferden vorbei. Und so zogen die Modelle ein.

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